• Susanne Heintzmann

Aufräumen im Kopf


Eine kleine Verschiebung des Blickwinkels kann Großes bewirken. Es ist die einfachste Lösung für Situationen, in denen wir nicht weiterwissen - in Zeitnot oder Aufgabenüberflutung. Aufräumen im Kopf mobilisiert die eigene Kraft, wieder klar zu sehen.


Der Hirnforscher Wolf Singer beschreibt unser Gehirn mit seinen 500 Billionen Verkehrsknotenpunkten als die komplexeste Materie des Universums. Kein Wunder, wenn wir gelegentlich das Gefühl haben, „im Wald“ zu stehen und nicht weiterkommen, obwohl wir es unbedingt wollen. Aufräumen im Kopf funktioniert in drei einfachen Schritten, die ineinandergreifen.


Schritt 1: Das Prinzip von Aktion und Reaktion anerkennen

Wir können Probleme nicht mit der gleichen Denkweise lösen, mit der sie entstanden sind. Der Grund liegt in der Formel von „Aktion ist gleich Reaktion“. Sobald Menschen in Kontakt treten, reagieren sie aufeinander. So z.B. bei dem klassischen Beispiel von Watzlawick, über das Ehepaar, bei dem sich die Frau darüber beklagt, dass der Mann so häufig abends weggeht und der Mann abends weg geht, weil er die häufigen Klagen seiner Frau nicht mehr hören mag. Aufräumen im Kopf beginnt damit, sich dieses Prinzip bewusst zu machen und für die Lösung nach neuen Perspektiven zu suchen.


Schritt 2: Von der Zukunft in die Gegenwart

Um die Tür aufzustoßen, braucht es einen weiteren Schritt. Dabei geht es darum, die eigene Aufmerksamkeit vom Problem abzuziehen und sich das Wunschziel in der Zukunft vorzustellen – also den Punkt, an dem man gerne erreichen möchte. Von der Zukunft geht der Blick zurück in die Gegenwart, zu den gegenwärtigen Herausforderungen und Problemen.


Schritt 3: Komplexität durch Einfachheit ersetzen

Von John Steinbeck stammt der Impuls „der erste Schritt zu einem Roman ist die Kurzfassung auf einem Blatt.“ Um das große Paket komplexer Probleme in handliche Päckchen zu verwandeln, braucht es Einfachheit, die an die Stelle von Komplexität tritt. Hierbei helfen Schlüsselfragen weiter, richtige Entscheidungen bzw. Prioritäten zu wählen:

  1. Auf welche Aufgaben kommt es an, weil sie mich ins Ziel bringen?

  2. Welche Aufgaben zahlen darauf nicht ein, welche schleppe ich nur noch aus Gewohnheit mit?

  3. Was würde ich nicht mehr beginnen, obwohl ich mittendrin stecke?

  4. Welche guten Ideen sind durch Aufgabenballast oder -flut bedroht?

  5. Womit mache ich Gewinn oder hat einen echten Mehrwert?

  6. Welche Dinge oder Leistungen, die ich heute erbringe, haben keine sichere Zukunft?

  7. Worauf kann ich verzichten? Wovon kann ich mich trennen? Und was nicht mehr tun?


Wirksamer durch Kontinuität

Wir alle können immer wieder straucheln, wenn Anforderungen unsere momentanen Möglichkeiten übersteigen. Oder wenn sich allerlei Gewohnheiten angesammelt haben, die wir mit uns herumschleppen und uns blockieren. Regelmäßig den Kopf aufzuräumen, erhöht die Wirksamkeit, Phasen der Stagnation durch Klarheit erfolgreich zu meistern.


Was denken Sie?


In diesem Sinne wünsche ich uns allen einen wunderbaren Mittwoch voller großer und kleiner Erfolgsgeschichten.

Für Sie / für Euch! Herzlich, Susanne Heintzmann


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